“The Secret of Monkey Island” - Niemand kennt es.
PC-Spiele |
02. 07. 2009 |
Threepwood |

Aus gleich dreifachem aktuellen Anlass kommt hier nach “Indy 4” gleich eine weitere Kritik zu einem legendären LucasArts-Point&Click-Adventure: “The Secret of Monkey Island”. Zum einen habe ich dieses Spiel nämlich neulich nach langer Zeit wieder einmal durchgespielt, um dann merkwürdiger Weise kurz darauf nicht nur zu erfahren, dass eine Deluxe-Version kurz vor der Veröffentlichung steht, sondern auch ein neuer, fünfter Teil mit Namen “Tales of Monkey Island“. Von daher ist es an der Zeit, an dieser Stelle dem legendären ersten Teil der bald fünfteiligen Reihe um den Möchtegernpiraten Guybrush Threepwood Tribut zu zollen!
Mein Name ist Guybrush Threepwood. Du bist des Todes!
Das Spiel beginnt auf Mêlée Island, einem Piratennest. Unser sympathischer Hauptdarsteller mit dem genial-außergewöhnlichen Namen Guybrush Threepwood fasst den Plan, Pirat werden zu wollen und muss dafür drei Prüfungen bestehen. Aber wer denkt, dass dies schon alles sei, muss sich gefasst machen auf das Treiben des Geisterpiraten LeChuck, der die Gouverneurin Elaine Marley nach Monkey Island entführt. Zu dumm, dass Guybrush gerade sein Herz an diese verloren hat und voller Tatendrang eine tüchtige… na, immerhin IRGENDEINE Crew chartern kann, um zu der mysteriösen Affeninsel aufzubrechen, um dort nach dem Ankerplatz der Untoten und seiner Flamme zu suchen…
Nostalgische Pixeloptik
Ob das Spiel das beste der Reihe ist, kann man anzweifeln, aber sicherlich das kultigste. Wenn jemand die Reihe nicht kennt, sollte er auch auf jeden Fall mit diesem anfangen, ansonsten verpasst er das typische Monkey-Island-Feeling. Und ich persönlich finde es sehr angenehm, dass “Monkey Island 1″ noch gar keinen Ansatz vom Comicstil hat, der sich zumindest in Ansätzen ja schon in den zweiten Teil einschleicht. Aus dem Jahre 1990 stammend, kommt die Grafik noch in sehr alter LucasArts-Adventure-Pixeloptik daher; was das Spiel nicht davon abhält, insbesondere nachher auf Monkey Island traumhafte Landschaften zustande zu bringen. Die Scumm-Technik kommt noch mit 12 Buttons und ohne Bilder für das Inventar daher; was aber wiederum bei der Bezeichnung der Gegenstände für lustige Momente sorgen kann.
Piraten, Humor und Untote
Was “Monkey Island” vermutlich so legandär gemacht hat, ist die damals völlig neuartige Kombination vom Piratengenre mit modernen Einflüssen (Grog-O-Mat) und Übernatürlichem (Geisterpiraten, Voodoo-Zauber) gewesen. Das Ganze dann mit einer lustigen Geschichte zu versehen und einen wirklich einmaligen Humor zu erschaffen, war dann wohl der eindeutige Schlüssel zum Erfolg. Diese Innovation, die liebevollen kleinen Einfälle, ikonische Momente wie die Aktion, das Idol zu stehlen (Benutze Nagetierspray mit Maulwurf. Benutze Nagetierspray mit noch ein Maulwurf. Benutze Nagetierspay mit Maulwurfherde. Benutze Feile mit Nashornfußnagel…), bleiben unvergesslich. Und es trifft absolut meinen Humor, dass sich Guybrush wirklich ALLES in die Hose stecken kann, selbst den gigantomanischen Bananenpflücker - aber damit nicht durch das Loch im Boden klettern kann, da der Pflücker dafür zu groß ist…
Hinter dir, ein dreiköpfiger Affe!
Das Spiel mag auch ein gutes (und teils knackiges) Adventure sein, aber gerade der Humor hebt es auch von anderen Point&Click-Adventures hervor, denn dieser ist wirklich einmalig und dafür, dass das Spiel von Anfang der 90er Jahre ist, auch selten angestaubt. Die ganzen inzwischen weit über die eigentlichen “Monkey Island”-Spieler hinausgetragenen Insidersprüche kann man kaum aufzählen. Unser naiver Möchtegernpirat und Titelfigur mit dem wohl genialsten Namen der Computerwelt ist dabei auf Anhieb sympathisch und alleine seine Antwortmöglichkeiten bringen den Spieler meist zum Schmunzeln. Sprüche wie “Hinter dir, ein dreiköpfier Affe!” oder “Wie passend, du kämpft wie eine Kuh!” werden nicht nur innerhalb der Reihe zum Running Gag, sondern sie sind auch vielen bekannt, die das Spiel nie gespielt haben. Alleine das Beleidigungsfechten ist genial… Nicht nur die Idee, sondern auch der Wortwitz, den es beherbergt. Von weiteren Passagen ganz zu schweigen (”Wenn ich im Wörterbuch unter ‘leer’ nachschlage, ist dort ein Bild von dieser Hütte!”).
Tief in der Karibik…
Wenn dieser Schriftzug erscheint, läuft einem schön fast ein kleiner Gänsehautansatz über den Rücken. Besonders, da man weiß, dass gleich das Intro (hier anzusehen) beginnen wird. Denn erwähnt werden muss an dieser Stelle die wirklich einprägsame und wunderschöne Musik. Insbesondere natürich das unvergessliche “Monkey Island”-Thema und das vom Geisterpiraten LeChuck. Hier ein Link zu einer etwas moderneren Interpretation von den zwei Stücken… Leider kommt sonst nicht allzuoft Musik in dem Spiel vor, was ein wenig schade ist. Da können die Nachfolgespiele dann trumpfen. An dieser Stelle möchte ich auf diese Seite hinweisen, wo man sämtliche Musikstücke der Spiele in perfekter Qualität downloaden kann.
Das Geheimnis von Monkey Island
Zur Posttitel-Erklärung: Unzählige Spieler haben sich bereits die Frage gestellt, was denn nun eigentlich das titelgebende Geheimnis von “Monkey Island” sei… Soviel sei verraten: Das Spiel wird es nicht preisgeben und auch in den Folgespielen wird diese Frage immer wieder als Running Gag eingebaut, aber nie so wirklich verraten. Dieses Geheimnis wird Schöpfer Ron Gilbert (der nur für die ersten zwei Teile verantwortlich ist) wohl mit ins Grab nehmen…
Der 4-Minuten-Flashfilm
Auch bei Nicht-Spielern inzwischen zum Kult geworden ist der Flashfilm von Majus, der in vier Minuten den gesamten Inhalt von “Monkey Island 1″ humoristisch darstellt. Ganz großes Kino, für Fans auf jeden Fall! Aber wenn man vorhat, das Spiel bald erstmals zu spielen, sollte man sich den Flashfilm vielleicht noch aufsparen und erst danach gucken, um sich nicht die Überraschung zu nehmen. Sehr genial und aufwendig umgesetzt worden ist das Spiel auch als Laientheaterstück.
Dreist, dreister, “Fluch der Karibik”
Fantasy mit Piraten, moderne Einflüsse und das Ganze ironisch mit viel Humor - eine klasse Idee. Die doch irgendwie in den letzten Jahren auch an der Kinokasse große Erfolge einbrachte… Korrekt! “Fluch der Karibik” ist schlicht und ergreifend einfach ein ultradreister Abklatsch von “Monkey Island”! Als ich damals den ersten Trailer gesehen habe, war ich der felsenfesten Überzeugung, dass endlich der langerwartete “Monkey Island”-Film kommen sollte. Alleine das zerfletterte Geister/Untoten-Piratschenschiff mit LeChuck… Barbossa als Kapitän, der die Gouverneurin… Gouverneurstochter zum geheimen Ankerplatz des Geisterschiffes entführt, weist schon so unglaubliche Ähnlichkeiten zum berühmten Spiel auf, dass es an Dreistigkeit grenzt. Auch beim zweiten Spiel hat man sich schön bedient… Voodoo-Lady im Sumpf, Hund im Gefängnis mit Schlüsselbund im Mund… da kommt einem doch eine ganze Menge sehr vertraut vor. Für mich ist eine “Monkey Island”-Verfilmung damit leider gestorben, da diese nur noch wie ein “FdK”-Abklatsch wirken würde. Insofern betrachten wir diese Reihe einfach mal als inoffizielle Verfilmung unseres Adventures…
Monkey-Island-Revival
Wie bereits ganz oben erwähnt, kommt nun tatsächlich eine Deluxe-Version von “The Secret of Monkey Island” heraus, zumindest auf englisch. Ob der Humor und das Feeling transportiert werden kann, muss man sehen. Und dem fünften Teil “Tales of Monkey Island” stehe ich mehr als skeptisch gegenüber…
Fazit
“Monkey Island”, insbesondere der erste Teil, ist einfach Kult. Dieses Spiel hat nicht nur einen interessanten, damals (und inzwischen ausgebeuteten) Genremix und einen einmaligen Humor. Ideenreichtum und vor allem die vielen lustigen Einfälle machen das Spiel zu einer herrlichen Adventure-Erfahrung. Jedem, der an Point&Click-Adventures interessiert ist, wissen will, woher “Fluch der Karibik” seine Ideen hat, nicht von Pixeloptik abgeschreckt wird und einen schönen Humor besitzt und sich somit auch auf den Anfang-der-90-Humor einlassen kann, wird nicht enttäuscht werden! Ein Klassiker und wohl eines der besten Point&Click-Adventures überhaupt! Bleibt nur zu sagen: Wegen diesem Spiel… Ich will es!
Meine Bewertung: 9,5/10 Punkte
![]()



(4 Stimmen, Durchschnitt: 9.5/10)
3 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
[...] … Mitte diesen Monats wurde die schon erwartete Special Edition des Adventure-Kult-Klassikers “The Secret of Monkey Island” zum kostenpflichtigen Download freigegeben. PC-Besitzer können das Spiel per Steam erwerben, [...]
31.07.09 18:47 Uhr | | Nach oben
http://www.youtube.com/watch?v=2iYZy2xyR-g
XD
31.08.09 14:27 Uhr | | Nach oben
Nix für ungut. Auch wenn es was spät ist, will ich es dennoch hinzufügen. Im Prinzip hat FDK von MI ZURÜK gekalut^^. Ron gilbert hat selbst mal gesgat das ihm viele seiner Ideen in der Fluch der KAribik-bahn in Dysney World gekommen sind.
Nichts desto tritz finde ich beides auf seine eigene Art und Weise einfach nur geil. Und ich find es schade, dass Teil 3 nicht mehr von Gilbert gemacht wurde. Wobei der dritte ja noch cool war. Der 4 war mir zu…weiß nicht. Dieses Elaine Schatzi Mausi knutsch knustch Guybrush und die Steuerung haben es mir etwas versaut
09.11.10 13:52 Uhr | | Nach oben
Einen Kommentar schreiben
(Deine Emailadresse wird nicht veröffentlicht)