“Supreme Commander” - Geheimtipp!
PC-Spiele |
09. 03. 2009 |
Henning |

Bei dem Genre “Echtzeit Strategie” denken wohl die meisten gleich an die “Command & Conquer”-Reihe, dass sich dahinter noch andere Namen verstecken wird oft vergessen. Ich spreche hier von “Total Anihilation” und seinem Nachfolger “Supreme Commander”. Warum diese beiden Titel so unbekannt sind kann ich nicht nachvollziehen, aber vielleicht ermuntere ich hiermit ja den einen oder anderen sich diesen Geheimtipp näher anzusehen.
Story
Um ehrlich zu sein interessiert mich die Story hier herzlich wenig, aber das liegt wohl daran, dass ich den Singleplayer hauptsächlich nutze um das ein oder andere Gefecht zu spielen, nicht aber um die Kampagne durchzuspielen.
Weit in der Zukunft kämpfen drei Fraktionen von Menschen im Infinite War um Freiheit und Frieden. Diese Fraktionen sind: United Earth Federation (Die auf der Erde verbliebenen Menschen, sehr ähnlich den USA), Aeon Illuminate (Eine halbwegs religöse Verbindung welche eine ausgestorbene Rasse von Aliens anbetet und deren Technik nutzt), Cybran Nation (Computer Symbionten die für ihre eigenen Rechte kämpfen). Es gibt zu jeder Fraktion eine Kampagne, mit dem Ziel des Sieges und damit dem Ende des Infinite War.
Grafik
Verglichen mit “Command & Conquer 3″ ist die Grafik eher Standart, allerdings ist dieser Vergleich nicht zulässig. “Supreme Commander” muss mit einer riesigen Menge von Einheiten fertig werden (Es kommt schonmal vor dass sich 1000 Einheiten in einer Schlacht tummeln), daher ist der Detailgrad auch etwas niedriger, jedoch immernoch gut genug um dem Zoom auf eine einzelne Einheit standzuhalten. Desweiteren gibt es Spiegelndes Wasser und nette Details über die sich der Spieler freuen kann.
Steuerung
Wie zu erwarten regelt fast alles die Maus, nur einige Funktionen müssen mit der Tastatur bedient werden.
Die wichtigste Taste abgesehen von den Maustasten stellt hier wohl SHIFT dar. Klar, nichts Besonderes sagt jetzt der Außenstehende, aber dahinter verbirgt sich viel mehr als gewohnt: beim Druck auf SHIFT werden alle Wegpunkte der Einheiten und Gebäude sichtbar, es werden Fahrzeiten angezeigt und jeder einzelne Punkt ist sogar noch verschiebbar. Somit ist kein Befehl entgültig, geplante Gebäude können noch verschoben und Bomberstaffeln zurückgerufen werden.
Desweiteren fällt das Scrollen fast komplett weg. Das Mausrad kontrolliert einen stufenlosen Zoom, von einer Strategieansicht mit Einheitensymbolen hin zum Detailzoom auf eine winzige Scout-Einheit. Stufenlos!
Spielmechanik
Die Komplexität von “Supreme Commander” ist enorm. Über vier Techstufen erstrecken sich unzählige Einheitentypen und Gebäude, und diese zu jeder Fraktion unterschiedlich. Die Engine muss massenweise Einheiten und die von ihnen abgeschossenen Projektile berechnen, und dabei spielt die Umgebung auch noch eine Rolle. Um das alles dann auch noch kontrollieren zu können sind einige Erleichterungen beim Spielprinzip von Nöten.
Wieso nur eine Fahrzeugfabrik bauen, wenn man auch fünf oder zehn haben kann die gleichzeitig produzieren? Und um das ganze noch weiter zu erleichtern wird nur in einer Fabrik die Bau-Schleife gesetzt, die anderen Fabriken helfen dieser Hauptfabrik dann per Rechtsklick und produzieren das gleiche (Auslieferungsort ist natürlich auch der gleiche). Und warum sollen die Fahrzeuge so langsam richtung Auslieferungsort rollen, eine Luftbrücke beschleunigt das ganze doch enorm. Schnell richtet man ein paar Transporter ab, und das ganze läuft.
So, nun zu einem der wichtigsten Prinzipien bei “Supreme Commander”, das Helfen. Jede Einheit und auch einige Gebäude können andere Einheiten/Gebäude unterstützen bzw. helfen. Wenn der Cursor sich in ein gelb umrandetes Pluszeichen verwandelt recht ein Rechtsklick für so eine Operation aus. Die Operation selbst kann ganz verschiedener Art sein. Ein Baufahrzeug repariert andere Fahrzeuge, hilft beim Bauen von Gebäuden oder unterstützt Fabriken beim Einheitenbau. Ein Panzer beschützt die Zieleinheit und folgt ihr. Eine Fabrik baut die selben Einheiten wie die Zielfabrik. Ein Lufttransporter fliegt die selbe Route wie der Zieltransporter und verschifft Einheiten von A nach B. So geht es endlos weiter.
Der Überblick über die vier Techstufen fällt nicht sonderlich schwer. Höhere Stufe bedeutet Weiterentwicklung in irgendeiner Form, sei es nun Panzerung, Schussdistanz, Schaden, oder anderes. Die vierte Techstufe ist dagegen allerdings etwas Besonderes. Die Einheiten dieser Stufe heißen Experimental Units und sind enorm teuer. Stellt man erstmal eine dieser gigantischen Einheiten fertig, kann man sich auf ein gewaltiges Schlachtfest einstellen. In jedem normalen Spiel greift spätestens jetzt das Einheitenlimit, es wäre ja fatal wenn ein Spieler mehrere solcher Monstren besäße. Aber hier ist es anders: Experimentelle Einheiten zählen genauso viel wie andere Einheite, daher ist es auch nicht selten, dass man von vier riesigen Spinnenbots überrannt wird.
Das Recourcensystem ist denkbar einfach. Es gibt zwei Ressourcentypen: Masse und Energie. Masse gewinnt man an vordefinierten Stellen, später kann man sie auch aus Energie produzieren, dies ist allerdings recht kostspielig. Energie gewinnt man mithilfe von Reaktoren. Das Ziel sind die großen Fusionsreaktoren, aber Vorsicht hierbei: zu nah aneinander gebaut, und bei einem Angriff gibt es eine explosive Kettenreaktion und die Basis ist Geschichte. Die Ressourcenbestände werden immer als Zuwachs/Abnahme angezeigt, und dabei kann man diese durch ab/anschalten von Gebäuden, oder dem Einsatz von Baufahrzeugen beeinflussen.
Verteidigung, einer meiner Lieblingsbereiche. Die üblichen Geschütztürme sind natürlich vorhanden, aber wem reichen die schon? Interessant sind die Molekularschilde, sehr ähnlich denen aus “Star Wars: Episode I” . Natürlich sind diese Schilde auch ziemliche Energiefresser, gerade bei feindlichem Beschuss. Daher sollte man im Hintergrund immer einige unbenutzte Reaktoren stehen haben. Wer gerne aggressiv aus dem Schutz der Basis agiert, kann auf einige gewaltige Artillerien zugreifen die alles in Schutt und Asche legen, was gerade im Weg steht. Die nächste Stufe sind dann die Atomraketen. Auch hier wieder kein Einheitenlimit, es kommt also vor, dass sich gleich fünf Raketen gleichzeitig nähern (Das ist allerdings verdammt teuer). Die Raketen können von Abfangraketen zerstört werden ohne Schaden anzurichten, somit sind sie zum Glück keine ultimativen Spielbeender.
Langzeitmotivation
Im Singleplayer verliert “Supreme Commander” mit der Zeit seinen Reiz, die KI ist nicht die klügste. Aber eigendlich handelt es sich hier auch um ein reinrassiges Multiplayer-Game, und da verliert man aufgrund der unglaublichen Möglichkeiten nicht so schnell das Interesse.
Fazit
Für mich das ultimative Echtzeitstrategieerlebnis, leider viel zu unbekannt meiner Meinung nach. Wer gerne Echtzeitstrategie spielt, darf sich diesen Geheimtipp nicht entgehen lassen, aber auch allen anderen könnte etwas entgehen. Das einzige größere Manko ist die Performance. Bei Riesenschlachten kommen die Durchschnittsrechner schnell mal an ihre Grenzen, aber die Zeit bringt ja immer leistungsfähigere Hardware.
Gesamtwertung: 9/10 Punkte
![]()






1 Kommentar | Einen eigenen Kommentar schreiben
[...] in größerem Rahmen ab als bei anderen Genre-Vertretern (niemals in Größenordnungen von”Supreme Commander“), ermöglicht durch ein höheres Einheitenlimit und eine bessere Zoomstufe. [...]
13.05.09 10:00 Uhr | | Nach oben
Einen Kommentar schreiben
(Deine Emailadresse wird nicht veröffentlicht)