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Wenn man den Begriff “Klon-Kriege” bzw. “Clone Wars” hört, denkt man inzwischen hauptsächlich an die Star Wars Zeichentrick-Serie oder die neue Animations-Serie, die beide eher an ein jüngeres Publikum gerichtet sind und dementsprechend eher kindlich und bunt daher kommen. “Star Wars Republic Commando” schlägt allerdings einen anderen Weg ein. Im Kontrast zu den bunten Kinder-Serien besitzt es eine düstere Atmosphäre und zeigt eine andere Perspektive. Schließlich handelt es sich immer noch um einen Krieg. Das Game erschien im März 2005 und stellt eine weitere Brücke von Episode II zu Episode III, die im Mai des selben Jahres erschien, dar.

Story
Anstatt als übermächtiger Jedi durch die Gegend zu rennen und pausenlos verbödeten Droiden diverse Teile abzuschlagen, ist man als Klonkrieger unterwegs. Allerdings kein Gewöhnlicher. Als Delta-38 gehört man zu einer Spezialeinheit bestehen aus 4 Spezialisten. Dieses Squad muss verschiedene Missionen hinter feindlichen Linien erfüllen, um der Klon-Armee den Weg frei zumachen, feindliche Anführer zu liquidieren oder Informationen zu beschaffen. Man selbst ist der Squad-Leader und für die Taktik verantwortlich, aber dazu später. Dazu kommen dann ein Scharfschütze, ein Techniker und ein Sprengstoff-Spezialist.
Das Spiel beginnt mit der “Geburt” und dem Training auf Kamino, das man als eine Art Intro eher passiv aus der Sicht von 38 miterlebt. Dabei sind auch die Squad-Mitglieder mit dabei. Hier versucht das Spiel eine Art Bruder-Bindung aufzubauen. Die erste Mission der Spezialeinheit ist dann zur Stunde Null auf Geonosis. Zwischen Klonkriegern, die in episode II gelandet sind und sich gegen die Einheimischen zur Wehr setzen, muss man erst seine drei Kameraden finden und danach einen Geonosian-Leader liquidieren, bevor dieser flüchten kann. Allerdings entwickeln sich im Laufe einer Mission immer wieder weitere Ziele und so endet man irgendwann auf einem Droiden-Kontroll-Schiff, bevor man die Mission als erledigt betrachten kann.
Die zweite Mission beinhaltet das infiltrieren eines republikanischen Schlachtkreuzers, der nach einiger Zeit des Verschwindens plötzlich wieder irgendwo im Niergendwo aufgetaucht ist. Man beginnt wieder getrennt und untersucht verschiedene Systeme an Bord des Schiffes bei einer düsteren und unheimlichen Atmosphäre eines Geisterschiffes, um herauszufinden, was für den Zwischenfall verantwortlcih war. Und wieder entwickelt sich die Mission unerwartet weiter und schließlich muss man das Schiff vor einer Übernahme durch die Seperatisten bewahren.
Die dritte und letzte Mission fürhrt das Squad nach Kashyyk, der Heimatwelt der Wookies. Dort muss man alles für die anstehende Klon-Invasion vorbereiten und von den Seperatisten errichtete Camps ausräuchern. Auch hier werden wieder allerhand weitere Missionsziele für die 4 Deltas aus dem Hut gezaubert, bei denen man die Wookies unterstützen soll, wenn man schon mal da ist. Und so trifft man sogar auf General Grievous und seine Leibwachen, gegen die man sich sogar des Öfteren zur Wehr setzen muss. Das Ende der Mission schließt an Episode III an, in der der Konflikt auf Kashyyk dann in vollem Gange ist.

Spielverlauf
Immer wieder wird die doch harte Stimmung durch kleinere Sprüche und Disse gegen ander Kameraden aufgelockert. Die Charaktere der einzelnen Deltas kommt so gut zur Geltung. Das Ganze rutscht allerdings nie ins Lächerliche. Grund dafür ist unter Umständen auch die kleinere Übermacht der Gegner. Selbst die herkömmlichen Kampfdroiden sind nicht so einfach zu erledigen, vor allem mit dem Standard-Sturmgewehr.
Zur Verfügung stehen den Deltas eben dieses, das maximal 300 Schuss halten kann, eine Pistole mit unendlich Schuss, die sich nach ein paar Feuerstößen allerdings wieder aufladen muss, eine Sniper-Rifle, ein Granatwerfer mit einer Kapazität von 4 Anti-Armor-Granaten und die wohl effektivste Waffe: ein Nahkampfmesser, das aus der Rüstung der Deltas hervorschnellt. Dazu kommen noch diverse Granaten-Arten, die geworfen werden können und Alien-Waffen, von denen man je eine aufnehmen kann und sich so auch von den Gegnern Munition beschaffen kann, die in den Leveln teilweise recht spärlich gesäht ist.
Da macht es schon des Öfteren Sinn seine Kameraden die Drecksarbeit machen zu lassen, die über unbegrenzte Munitionsvorräte verfügen. Dummerweise benutzen diese standardmäßig nur das Sturmgewehr. Nur wenn man sie an spezielle taktische Punkte platziert, an denen eine gewisse Waffenart vorgeschrieben ist, wechseln sie zu eben dieser, verfügen bei dieser aber ebenfalls über unbegrenzte Munition. Daher sollte man immer nach diesen Punkten Ausschau halten und seine Kameraden taktisch klug auf diese verteilen. Verzichtet man darauf, kann man leicht von der anrolenden Gegnermasse überrollt werden. Zwar kann man gefallene Teamkameraden immer wieder mit einem Bacta-Boost wiederbeleben, allerdings verfügen sie dann nur über 50% der Lebensenergie.
Diese ist zusätzlich durch einen Schild geschützt, der erst runtergeschossen werden muss, bevor es gefährlich wird. Wird man selbst als Leader mal niedergerafft, so kann man entweder warten, bis die Kameraden mit den Gegnern allein fertig geworden sind oder diese direkt abkommandieren die Richtlinien zu missachten und zur Hilfe zu kommen.
Dies ist sehr oft bitter nötig, da viele Situationen einfach die taktische Finesse des Anführers benötigen. Vor allem die Droiden-Spender, die je nach Art immer wieder verschiedene Droiden spawnen, bis man die Spender zerstört, machen den Deltas immer wieder das Leben schwer. Besonders, da das Vernichten dieser Droiden meist kein Zuckerschlecken ist.
Hier stellen sich die schon erwähnten Kampf-Droiden dem Squad in den Weg. Aber die schon aus Episode I bekannten Zerstörer-Droiden mit Schutzschild und die in Episode II neu eingeführten Super-Kampf-Droiden sind noch härtere Gegner, da diese über hervorragene Panzerung und Feuerkraft verfügen. Da hilft wirklich nur taktisches Vorgehen in jeder Hinsicht. Aber nicht nur Droiden zählen zu den Gegnern, sondern auch die schon erwähnten Geonosians oder Trandoshians - Sklavenhändler, die sich auf die Seite der Separatisten geschlagen haben - sind nicht von ungefähr.
Das Erscheinen dieser Gegner ist hauptsächlich fest in den Leveln verankert. Ab und zu gibt es aber auch Stellen, an denen diese unendlich spawnen, bis man eine gewisse Aufgabe erledigt hat. Meist ist dies auch logisch verankert, wie das Schließen von Fenstern aus denen die Gegner hervorkommen.
Endgegner gibt es in dieser Form nicht, diese sind aber auch nicht wirklich notwendig, da jede neue Umgebung, in der eine Scharr übermächtige Droiden auftauchen, einer Herausforderung einen bestimmten Endgegner zu besiegen gleichkommt.
Außerdem gibt es oft gescriptete Events, wie Hinterhalte oder ähnlichem, die die Atmosphäre und das Storytelling noch weiter unterstützen. Das Geschehen wirkt so etwas linear und wenig beeinflussbar, allerdings würde anders die Story nicht so gut rüberkommen.

Grafik
Die Grafik wirkt schon etwas altbacken, vor allem durch die Texturen, allerdings unterstützen die Eckigkeit der Polygone und die schmutzigen Texturen die düstere Atmosphäre noch etwas.
Zudem sieht man alles aus den Augen von 38. Als Head-Up-Display dient das innere des Helms, das diverse Informationen bereitstellt, die Team, Mission und Lebensenergie betreffen. Die Munition ist wie bei einigen anderen Shootern direkt an der Waffe abzulesen.

Steuerung
Gesteuert wird das Spiel wie ein herkömmlicher Ego-Shooter. Allerdings nimmt es schon etwas Zeit in Anspruch alle Tasten so zu konfigurieren, dass man damit zurechtkommt, da es schon sehr viele verschiedene Funktionen gibt. Hat man dies ersteinaml erledigt, sind diese auch sehr gut einzusetzen und man will diese Vielfalt an schnellausführbaren Aktionen keinesfalls missen.

Sound
Da ich nur die englische Version gespielt hab, kann ich zur deutschen Synchro nicht viel sagen. allerdings habe ich gelesen, dass diese reht gut ausgefallen sien soll. Im englischen Original sind größtenteils die Original-Sprecher zu hören. Naja zugegeben, sind auch kaum bekannte Figuren zu hören.
Die musikalische Untermalung ist äußerst Star Wars-like und gut gelungen.

Langzeitmotivation
Nachdem man das Spiel durchgespielt hat, hat man nicht so schnell das Bedürnis dies wieder zu tun. Dafür gibt es einen Multiplayer, in dem man individuell das Erscheinungsbild seiner Spielfigur zusammenstellen kann. Auf der XBox vielleicht lohnenswert, da dort nicht all zu viele Multiplayer-Ego-Shooter vorhanden sind. Auf dem PC gibt es da aber sicherlich bessere Alternativen, da auch waffentechnisch keine großen Revolutionen vorhanden sind, von daher auch eher uninteressant und eine Art obligatorisches Extra.

Fazit
Das Spiel macht auf alle Fälle Spaß und stellt eine besondere taktische Herausvorderung im Star Wars-Universum dar. Auch wenn das Game schon vier Jahre auf dem Buckel hat, kann es trotzdem noch eine gewisse Atmosphäre aufbauen. Mit dem Schwall an LucasArts-Games wurde auch “Republic Commando” auf Steam zur Verfügung gestellt. Außerdem steht es auch schon für längere Zeit in der Software-Pyramide. Die 9€ sind für Shooter-Fans wirklich gut investiert. Allerdings kommen auch kleinere, unschöne Einflüsse aus der Konsolenkonvertierung zum Tragen. Insgesammt aber durchaus empfehlenswert.

Bewertung: 7.5/10 Punkte
75


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