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persia-k Als ich noch meine alte X-Box besaß, da habe ich es leider verpasst, in die “Prince of Persia”-Reihe reinzuschauen. Sie wurde sehr gelobt, doch für die neue Konsolengeneration beschloss Ubisoft eine Neuauflage der Reihe. Ein Wagnis, welches die Fans in zwei Lager spaltet. Denn eins ist nach einer kurzen Anspielphase sicher: Der neue Prinz hat mit dem alten nicht mehr allzu viel zu tun.

Geschichte in 5 Minuten brühwarm erzählt

Der namenlose Prinz verirrt sich in der Wüste und sucht seinen Esel, welcher zufällig eine Ladung Gold bei sich hat. Da stößt er auf die schöne Elika, welche von königlichen Wachen verfolgt wird. Der Prinz hilft ihr, ohne zu wissen, was wirklich vor sich geht. Es stellt sich raus, dass Elika eine Prinzessin ist und ihr Vater, der König, will einen finsteren Gott aus seinem magischen Gefängnis befreien. Die beiden Helden kommen zu spät und der Gott der Finsternis streut seine Brut schon über die Länder. Es liegt am Helden und der Prinzessin, das magische Gefängnis zu erneuern, bevor der Gott endgültig aus dem Gefängnis entkommt. Die Geschichte ist leider kaum inzeniert und nach der ersten Stunde wird sie auch nicht mehr weitererzählt, was schade ist, denn die Grundidee ist wirklich sehr gut, man erlebt von der Geschichte einfach zu wenig.

Ein Grafikstil wie im Comic

Das neue Spiel des persischen Prinzen überrascht zuerst mit einem neuen Stil. Die Cel-Shading-Optik wird hier so gut wie selten zuvor in einem Spiel eingebaut. Der zeichentrickartige Stil bereichert das Spiel und schenkt ihm einen Hauch echter Magie. Selten war ich von der Grafik so angenehm überrascht und das tröstet auch über die Detailarmut hinweg, egal ob beim PC oder der X-Box.

Rein, kämpfen, raus.

Das Gameplay des Spiels erzählt in der ersten Stunde noch die Geschichte, danach bleibt es gleich. Man muss zu einzelnen Gebieten rund um das Gefängnis und die Magie aufrischen. Dabei geht man in das verseuchte Gebiet hinein, sucht die Plattform, um das Land zu heilen, besiegt den Endgegner, der schon auf euch wartet und heilt dann das Land. Sofort vergeht die Dunkelheit und ihr habt damit das Gebiet gesäubert. Nun liegt es an euch, in welches Gebiet ihr nun geht, sammelt Kristalle ein, die Elika braucht, um weitere Gebiete begehbar zu machen und geht den selben oder ähnlichen Weg aus dem Level raus. Sprich: Zum Endgegner hinklettern und Jump ‘n’ Run/Rätsel erledigen, Endgegner besiegen und aus dem Level wieder rausklettern/springen. Damit liegt der Jump ‘n’ Run Anteil viel höher als bei den voherigen Spielen und das Kämpfen wird zur Seltenheit. Ein Grundgedanke, der unkonventionell ist und einem gefällt. Leider wird das Spiel irgendwann etwas monoton, weil es im Prinzip halt immer dasselbe ist. Trotzdem sind die Level angenehm anders und auch die Sprungpassagen sind sehr abwechslungsreich und auch spektakulär. Ob man von einem herunterkrachenden Turm klettert oder über Feuergruben rutscht.

Eine Steurung mit eigenem Rythmus

Der Prinz steuert sich dabei relativ träge. Als Spieler muss man sich schon regelrecht dem Spiel ergeben und sich dem Rythmus anpassen, welches sehr eigenwillig ist. Die Abfolge, wann man einen Knopf zu drücken hat, ist eigenwillig und wenn man sich nicht dran gewöhnen kann, dann folgt es schnell zu Frusterlebnissen, wenn man immer wieder runterfällt. Auch ist die Landschaft teilweise so groß und unübersichtlich, dass man nicht weiß, wo man hinspringen soll. Elika steuert man übrigens gar nicht. Sie folgt einem und hilft einem bei Kämpfen, bei Y kommt eine magische Attacke oder gibt einem beim Springen auf Knopfdruck mehr Höhe. Sie ist dein Begleiter, der dich immer rettet, wenn du stirbst. Eine Eigenschaft, die viel Frust beim Spieler spart. Wenn man “stirbt”, lässt Elika einen direkt an der selben Stelle erscheinen.

Die paar Kampfszenen

Wenn man ein Kampf kommt, was recht selten ist, dann kann man mit allen vier Tasten Kampfcombos machen. Diese gehen gut von der Hand und sehen recht spektakulär aus. Mit einem fünften Knopf erfolgt das Blocken. So ist der Kampf recht einfach gehalten, bringt aber trotzdem Spaß. Viele Gegner kann man in den Arenen nicht direkt besiegen, sondern muss gewisse Taktiken benutzen, ganz im Stil eines klassischen Endgegners. Das Konzept des Arenakampfes im Spiel ist gut durchgedacht und umgesetzt.

Wo bitte gehts weiter?

Eine richtige Karte gibt es nicht. Man sucht sich ein weiteres Ziel aus, abarbeiten muss man alle, nur die Reihenfolge ist wählbar und Elikas Magie führt einen dann hin. Dadurch, dass es so zahlreiche Wege gibt, ist es sehr unübersichtlich, verlaufen habe ich mich allerdings kein einziges Mal.

121 von benötigten 177 Kristallen… Ächz!

Von den Kristallen, die man in jedem Level sammeln muss, habe ich ja schon geschrieben. Es soll eine zusätzliche Motivation sein, um so die Spielwelt zu erkunden. Dabei kann man bestimmen, wo man wie viele Kristalle sammelt, man muss nur bei einer gewissen Levelanzahl eine gewisse Anzahl von Kristallen haben. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann darf man die Levels noch einmal abgrabben. Ein Element, was leider nur mühsam auf einen wirkt und das Spiel künstlich am Leben hält. Auch die Aufstiegfunktion von Elika diesbezüglich ist etwas umständlich.

Das bunte Allerlei drumherum

Übrig bleibt ein verdammt toller Soundtrack und ein wenig Geplänkel zwischen den Hauptprotagonisten, welches eher belanglos ausfällt. Ein kleines Highlight am Rande ist die Synchro des Prinzen, die übrigens auch die des verstorbenen Heath Ledgers war.

Fazit

Ein neuer Persier mit tollem Stil und passender Musik. Oberflächlich betrachtet wirkt das Spiel toll, aber vieles blendet. Die Fehler merkt man erst nach ein, zwei Stunden. Oft wurde das Spiel zu einfach gehalten. Sei es in den Kämpfen oder in der Geschichte. Auch dass man nicht sterben kann, wird viele stören. Es wirkt vom Gameplay her ein wenig “Old School” mit den einzelnen Stages und den Endgegnern. Ubisoft hatte definitiv Mut zur Weiterentwicklung der Reihe, hat es dabei aber verschlimmbessert. Wie bei einer Praline hat das Spiel äußerlich eine tolle Hülle, der Geschmack ist aber irgendwie schal. Ein wenig wie bei “Assasin’s Creed” (PC, X-Box 360, PS3), wo man irgendwann auch merkte, wie simpel das Spiel ist. Trotzdem ein tolles Spiel, was mich in seinen Bann gezogen hat, denn gerade der Stil des Spiels ist klasse. Fans von Jump ‘n’ Run-Spielen bzw. Fantasy/Abenteuer-Spielen kann man den neuen “Prince of Persia” nur empfehlen.

Trailer

Pro:

  • Einmalige Grafik
  • Toller Soundtrack
  • Tolle Jump ‘n’ Run-Elemente
  • Liebevoll gestaltete Levels

Contra:

  • Später etwas monoton
  • Ein wenig in die Länge gezogen
  • In den Feinheiten nicht ganz ausgereift (Steuerung, Gameplay)

Gesamtwertung: 8,5/10 Punkte

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