“Mysteries of Westgate” - NWN2 von seiner besten Seite
PC-Spiele |
08. 07. 2009 |
Schuetti |
Vor einiger Zeit ist zu “Neverwinter Nights 2″ ein weiteres kleineres Add-On herausgekommen. Von Atari wird es als “Adventure Pack” betitelt und besteht aus einer kürzeren Kampagne. Im Vergleich zum Hauptspiel und den Add-Ons kommt “Mysteries of Westgate” nicht aus dem Hause Obsidian Entertainment, sondern von Ossian Studios, die sich schon mit ihrem Modul “Darkness over Daggerford” einen Namen machten. Zu beziehen ist MoW nur online und auf eine deutsche Lokalisierung muss man leider auch verzichten. Das heißt also Englischkenntnisse rauskramen und losspielen. Ich hab mich mal rangewagt und die neue Kampagne durchgespielt.
Getting Started
Das erste Hindernis ist sicher den richtigen Download-Mirror zu finden. Es gibt mehrere Anbieter die von Atari berechtigt sind das Spiel zu vertreiben. Atari selbst akzeptiert als Zahlungsmittel leider nur Kreditkarte. Da ich eine solche aber leider nicht mein Eigen nenne, musste ich eine andere Bezugsquelle ausfindig machen. Meine Wahl fiel dann auf metaboli, da dort PayPal als Zahlungsmittel möglich ist. Ansonsten klappte alles ohne Probleme. Setup runterladen, Serial per E-mail bekommen, installieren und losspielen.
Anfangs war es noch so, dass man MoW nur drei mal mit dem selben Serieal installieren konnte, bis man sich einen neuen Key bei Atari beantragen musste. Diese Einschränkungen wurden aber kurz darauf aufgehoben und nun spricht auch kein lästiger Kopierschutz mehr gegen den Erwerb des Adventure Packs.
Die Story
“Mysteries of Westgate” verfolgt eine komplett eigenständige Story, die in keinster Weise mit den vorhergegangenen Kampagnen Überschneidungen zeigt. Man ist nicht einmal an der Schwertküste unterwegs, sondern an der Drachenküste, die weit südöstlich von Niewinter liegt. Die Geschichte spielt komplett in Westgate und man begibt sich auch eigentlich nicht aus der Stadt. Ab und an stolpert man durch ein Portal oder besteigt ein Schiff, um sich vor der Küste etwas umzusehn, aber größtenteils läuft man in den drei Stadtteilen hin und her, um die gestellten Aufgaben zu lösen.
Die Story beginnt damit, dass man auf einem Schiff erwacht. Man hat eine verfluchte Maske im Gepäck, die einem durch seltsame Alpträume das Leben schwer macht. Die Maske konnte mit einer Diebesgilde in Westgate in Verbindung gebracht werden. Und somit bleibt einem nichts anderes übrig, als durch die Stadt zu streifen und irgendwen zu finden, der einem mehr über die Maske und deren Fluch erzählen kann. Man merkt aber nach kurzer Zeit, dass die Stadt dunkle Geheimnisse in sich birgt, die Mysteries of Westgate eben :) .
Die Gefährten
Wie in den anderen Kampagnen stehen einem auch hier wieder Companions zur Seite, drei an der Zahl. Diese trifft man schon recht früh. Allerdings fand ich persönlich die Auswahl der Klassen der Mitstreiter etwas misslungen. Da hätten wir einen Paladin, der aber nach einem folgenschweren Ereignis vom Glauben abgefallen ist und nur noch Kämpfer ist, eine Schurkin, die einfach nur Schurkin ist und eine gemeinsame Vergangenheit mit besagter Gilde hat und eine Klerikerin, die im Namen von Tyr für ein bisschen mehr Gerechtigkeit sorgen möchte. Da wären also zwei gute Charaktere und ein Böser. Auch in MoW ist es möglich Einfluss auf die einzelnen Begleiter zu gewinnen, so dass diese mehr über ihre eigene Geschichte preisgeben und man auch ihr persönliches Quest vollenden kann. Dies geschieht meist in Gesprächen und Entscheidungen, die man trifft. Meistens läuft es also daruaf hinaus, dass zwei Charaktere zufrieden sind und der andere tobt oder eben der eine und die andern schaun in die Röhre. Zu einer Romanze kommt es allerdings nicht, von daher muss man auch nicht besonders vorsichtig sein, mit dem, was man sagt. Ab und an mal dem einen Recht geben, mal dem anderen. Dann hält sich das alles etwa in Waage. Oder einfach die Politik verfolgen “Ihr geht mir alle auf den Allerwertesten, jetzt Klappe!”, damit fährt man auch ganz gut ^^.
Und um nochmal auf die Auswahl der Klassen zurückzukommen: Wir haben also einen Schurken, der im Offensiven Kampf nicht soviel reißt, einen Kleriker, der mit seinen Zaubern schon recht nützlich sein kann aber kampftechnisch auch nicht so die Wurst vom Brot zieht und einen Kämpfer, dem man zwar zum Tank ausstaffieren könnte, gäbe es ne gescheite Rüstung in der Stadt. Was mir ein wenig gefehlt hat war ein Damage Dealer in Form eines Hexenmeisters oder ähnlichem. Man kann natürlich selbst als ein solcher das Spiel antreten, aber an einigen Stellen ist es dann doch nötig allein irgendwo aufzutreten und dann kann man doch schnell in der Patsche sitzen. Das ist allerdings Geschmakssache. Für meinen Geschmack waren die Begleiter jedenfalls zu sehr möchtegern-haudrauf.
Ein “kleiner” Erfahrungsbericht
Zuerst muss ich auch hier wie schon beim zweiten Add-On sagen, dass ich sehr glücklich darüber war, dass die Story nicht wieder in so eine Chosen-One-Geschichte abgedriftet ist. Man ist irgendein Abenteurer, der das Pech hatte in den Besitz dieser Maske zu kommen, nicht mehr, nicht weniger. Die wirkliche Background-Story bildet sich durch die Schicksale der Gefährten. So muss eine Rollenspiel-Kampagne in einem Spiel, in dem man selbsterstellte Charaktere in weiteren Modulen weiterverwenden kann, einfach aufgebaut sein. Anders ist das Entwickeln eines eigenen Charakters, einer Rolle, nicht möglich, und gerade das sollte bei einem Rollenspiel gegeben sein!
Die Quests sind auch gut gelungen und auch die Atmosphäre kommt gut rüber mit jeder Menge Passanten, die einfach mal nur durch die Gegend laufen und für den Rest der Geschichte völlig unerheblich sind. Wie schon bei den Premium-Modulen für NWN1 merkt man, dass die Entwickler die Engine noch stärker ausnutzen, als die Kampagnen aus dem Hause Obsidian es taten. So trifft man auf viele hübsche Animationen und geskriptete Sequenzen.
Der Charakter erhält zu Beginn Erfahrungspunkte für Level 8, also kann dieser auch schon etwas mehr reißen, als wäre er ein Level 1-Noob. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass man erst dem Hauptquest folgen und die Nebenquests ersteinaml meiden sollte, da sich hinter diesen oft extrem schwierige Kämpfe verbergen.
Außerdem sollte man es tunlichst vermeiden sein Geld aus dem Fenster zu werfen! An einer Stelle im Hauptquest benötigt man sage und schreibe 40.000 Goldmünzen und diese zu verdienen, sobald man dies erfährt, ist fast unmöglich. Zwar bekommt man diese danach irgenwann wieder augezahlt, nachdem man allerdings auch dringend gute Ausrüstung braucht. Also temporär alle Besitztümer verscherbeln geht leider auch nicht.
Hat man diese Stelle passiert, so kann man das Geld wirklich aus dem Fenster werfen. Außerdem könnte man auch mit dem erbeutetem Loot richtig Kohle machen, ja wenn da nicht dieses unschöne Limit wäre. Jeder Händler hat nur eine gewisse Summe an Goldmünzen, die er dazu verwenden kann Gegenstände einzukaufen. Schon nach ein paar Gegenständen, die etwas mehr als 2000 Goldmünzen wert sind, ist dieser Vorrat der Händler allerdings meistens schon erschöpft. Das bedeutet dann, dass man durch die Straßen tigert und jedem Händler den man zu fassen kriegt, sein Zeug andreht. Das funktioniert schon ganz gut und man rennt auch nicht immer nur zum selben Händler, um sich einzudecken.
Wie in der ersten Kampagne kann man in den ersten Quests noch wählen, ob man dem Guten oder dem Bösen dienen möchte. Allein schon, weil ich die Bösen Buben gar nicht gefunden habe, habe ich dann wieder den guten Pfad verfolgt. Laut den Entwicklern muss man die Kampagne auch öfter mit verschiedenen Charakteren durchspielen, um wirklich alles zu entdecken. So sollen auch Klassen wie Barden, die es sonst doch recht schwer haben, ihren Spaß haben. Davon, dass jede Entscheidung schwerwiegende Folgen haben soll, hab ich jetzt nicht so viel mitgekommen. Allerdings ist es wirklich empfehlenswert, so oft es nur geht zu speichern, soweit es die Systemrescourcen hergeben. Am besten vor und nach jedem Gespräch, Kampf etc. Manchmal sind doch Gespräche dabei, die ein paar üble Folgen haben können, wie sofortiger Tod oder so. Da ist man doch schon froh wenn man zwei Minuten zurückspringen kann und nicht zwei Stunden (hach ja, son Quicksave im real Life wär doch was feines!).
Ein kleiner Tipp noch zum Schluss: Spoiler anzeigen
Fazit
Ich kann den Kauf des Adventure Packs nur empfehlen. Für etwa 10€ bekommt man fast für ne Woche was zu tun, und das von einer sehr guten Qualität. Man merkt schon, dass der CEO von Ossian von Bioware kommt. Wenn ich bedenke, wie verbuggt die anderen Kampagnen von Obsidian teilweise waren ist das wirklich ein verdammt gutes Angebot. Ich würde mich auf alle Fälle sehr freuen, wenn es noch ein weiteres Adventure Pack geben würde, was wohl von den Verkäufen des Ersten abhängig gemacht wird. Außerdem sind auch weitere Add-Ons geplant. Mal sehen, ob diese dann qualitativ mit MoW mithalten können.
Meine Bewertung: 8/10 Punkte
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(2 Stimmen, Durchschnitt: 9/10)




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