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MI-SEMitte dieses Monats wurde die schon erwartete Special Edition des Adventure-Kult-Klassikers “The Secret of Monkey Island” zum kostenpflichtigen Download freigegeben. PC-Besitzer können das Spiel per Steam erwerben, ebenso wird es bei XBOX Live Arcade angeboten. Die Beschreibung lockte mit neuer HD-Grafik, toller Sprachausgabe und wenigstens die Texte sollten lokalisiert sein. Noch dazu könne man nahtlos einfach on-the-fly von der neuen Grafik zu der des Klassikers wechseln. Aber lohnt sich der Kauf überhaupt, wenn man das DOS-Original schon sein Eigen nennt? Schließlich gibt es ja ScummVM. Ich hab’s mir nicht nehmen lassen und mir das Game für stolze 8.99€ zugelegt, um gerade das herauszufinden.

Zu allererst
Ernüchterung
Wie hier schon erwähnt, wird man beim Starten des Spiels freundlich darauf hingewiesen, dass der Original-Modus nur auf englisch verfügbar ist. Super! Es gibt jedenfalls ein mehr oder weniger schönes Menü, in das man immer wieder springen kann, um zu speichern oder laden und was es nicht noch alles gibt. Die versprochende 1080-Auflösung ist auch einstellbar, also steht dem Genuss in HD nichts im Weg.

Der neue Grafik-Modus
Gleich zu Beginn des Spiels wird einem der Unterschied schon recht schön vor Augen geführt. Das Spiel beginnt mit dem klassischen Start-Screen und fadet dann in die hochauflösende Variante über. Was gezeigt wird, ist Mêlée Island von ihrer besten Seite mit bewegenden Wellen und was sonst noch dazu gehört. Dazu dudelt auch der altbekannte Theme-Song, auch in einer neuaufgenommenen Version. Bis hier hin alles noch ganz nett. Spätestens, als dann Guybrush auftritt, wundert man sich etwas. Die Lauf-Bewegungen sehen alles andere als schön aus. Man sieht richtig, dass da ein Bild nach rechts und links bewegt, die Beinbewegungen sind also leicht asynchron zu der Bewegung der Figur. Unschön aber zu verschmerzen.
Schlimmer wird es, wenn man nun interagieren möchte. Entweder man schaut sich die Tastaturbelegung an und wählt so per Tastendruck das gewünschte Verb, man drückt Strg und wählt es aus einem Menü aus oder man benutzt das Mausrad um durch die Verben zu switchen. Der etwas großgeratene Mauszeiger, mit dem das Zielen doch etwas schwer fällt, zeigt hierbei die entsprechende Auswahl an. Das Inventar ist ebenfalls per Tatsendruck aufrufbar. Hier ist es besonders schade, dass das Spiel in diesem Modus also nicht ausschließlich mit Maus zu steuern ist. Ein Griff zur Tastatur ist also nicht zu vermeiden. Für kompliziertere Rätsel, wie die Sache mit dem Grog, bin ich dann lieber in die klassische Variante gewechselt, da hat man wenigstens alles auf einen Blick parat.
Auch die Sprachausgabe wirkt etwas hakelig. Kleinere Pausen zwischen den einzelnen Sätzen, selbst wenn diese zusammengehören, sind etwas störend und ein Vorspulen ist auch nicht möglich.
Der Grafik-Stil ist insgesamt ganz nett. Eine Mischung aus den alten Bildern, die ab und an mal kamen, MI3 und der neuen Eckigkeit, die bei Lucas’ Mannen wohl gerade im Trend liegt. Wie immer Geschmakssache, aber nicht so übel.
Als Neuerung gibt es in beiden Modi ein Hinweissystem. Nach mehrfachen drücken werden erst Hinweise gegeben bis zur kompletten Lösung eines Rätsels. Ein nützliches Feature, wenn man mal gerade vergessen aht wie’s weitergeht ^^. Spoiler anzeigen

Der klassische Modus
Mit F10 kann man jederzeit zwischen den beiden Varianten switchen. Der Klassik-Modus kommt genauso pixelig daher wie früher und auch Sound und Musik ist entsprechend klassisch. Das heißt es gibt hier auch keine Sprachausgabe. Eine Art Hybrid zwischen beiden gibt es leider nicht.
Die Steuerung ist ebenfalls genau wie früher auch mit dem Scumm-System möglich und das Inventar ist auch rechts daneben zu finden. Ein Griff zur Tastatur ist hier also praktisch nie nötig.

Kaufen oder nicht kaufen?
Über die Qualität des Spiels an sich brauch ich wohl nichts mehr zu sagen. “Monkey Island” ist Kult und sollte von jedem mal gespielt werden. Die Special Edition sehe ich gerade als Möglichkeit dies zu tun. Als ich das Game in der Version nochmal durchgespielt habe, war ich jetzt nicht wirklich vom Hocker gehauen, sei es nun von der Grafik oder der Sprachausgabe. Ich denke gerade für Gamer, die nie die Gelegenheit hatten das Spiel zu spielen oder Neueinsteiger, ist die Special Edition eine gute Art das Spiel einmal durchzuspielen, aber auch für die Grafikverwöhnten, die nichts mit Pixelbrei anfangen können. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, als wäre die Edition für MI-Veteranen etwas sinnlos. Wer “Monkey Island” also schon einmal durchgespielt hat und noch zu hause liegen hat, kann ruhig darauf zurückgreifen. Wirkliche fundamentale Neuerungen bringt die Special Edition auch nicht und an Sorgfalt fehlt es auch etwas.

Fazit
Also wer das Spiel noch nicht kennt und sich neu zulegen möchte, schaut wegen der Bewertung hier!!!

Für eingefleischte “Monkey Island”-Spieler gibt es von mir eine Bewertung von 6.5, da für knapp 10€ das Spiel nochmal kaufen, nur weil die Grafik ein bisschen aufgebohrt und lieblos mit Sprachfetzen zusammengeschustert wurde, mir nicht gerechtfertigt erscheint. Das hätte man besser machen können, indem man etwas mehr Sorgfalt an den Tag gelegt und noch ein paar Extras (Kommentar der Macher, Interviews, Making of etc.) dazugepackt hätte!

Bewertung: 6.5/10 Punkte
65

Offizielle Seite mit nettem Schwertkampf-Spiel

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)

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