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me-k

In den Semesterferien war mal wieder Zeit etwas Neues auszuporbieren, und nach einigen Empfehlungen habe ich mir “Mirrors Edge”, aus dem Hause Electronic Arts, zur Brust genommen. Bekannt war mir “Mirrors Edge” durch die Werbung im Fernsehen und die war auch recht ansprechend. Vor der Kritik muss ich zugeben dass ich mal wieder nicht ohne Vorurteile an die Sache rangegangen bin. Electronic Arts stand eigendlich nie für innovative Games, aber seit neuestem sollte dieser schlechte Ruf anscheinend beseitigt werden. Außerdem handelt es sich hier um ein Konsolenspiel, daher besteht wie immer die Gefahr einer allzu schlechten Konvertierung.

Runner vs. Email

Schauplatz des Games ist eine futuristische Stadt, in der Kommunikation und Informationsfluss von einem totalitären Regime überwacht werden. Die illegale Übermittlung von Informationen übernehmen sogenannte “Runner”. Diese Personen, eine Kombination von Roofjumpern und Brieftauben, setzen dort täglich ihr Leben aufs Spiel, um die Informationen ihrer Kunden von Hand zu Hand zu übermitteln.
Im Storymodus schlüpft man in die Rolle der asiatisch angehauchten Faith. Nachdem in der Stadt ein Mord an einem bedeutenden Politiker geschah, geraten sie und ihre Schwester Kate ins Fadenkreuz der Polizei. Nach der Verhaftung von Kate kämpft Faith krampfhaft für die Entlastung ihrer Schwester, was mit zahleichen halsbrecherischen Jump’n'Run-Einlagen verbunden ist.

Ego-Shooter trifft Jump’n'Run

Faith wird zu jeder Zeit des Spielgeschehens aus der Ego-Perspektive gesteuert. Auf den Touren über die Dächer wird man oft mit feindlichen Polizeikräften konfrontiert, welchen man manchmal nicht entgehen kann und einem Zweikampf entgegensehen muss. Dazu kann man eine Vielzahl an Moves ausführen, um den Gegner außer Gefecht zu setzen. Erledigt man einen bewaffneten Polizisten, so verliert dieser seine Waffe. Diese kann man aufsammeln und sie zur Abwehr weiterer Feinde benutzen. Dabei sieht man allerdings nicht den Munitionsstand, noch kann man die Waffe Einstecken oder Nachladen. Die Flucht mit einer Waffe ist so gut wie Unmöglich, da die meisten Moves nicht durchführbar sind mit der Waffe in der Hand.
Eine Anzeige der Lebensenergie gibt es nicht, bei größeren Sprüngen macht sich ein leichter schwarz-weiß-Stich in der Spielgrafik bemerkbar, dieser verschwindet nach kurzer Rast wieder. Nach zu viel einkassiertem Schaden stirbt man natürlich, und dies kommt nicht allzu selten vor, da viele Stituationen keine Gegenwehr, sondern nur eine Flucht erlauben.
Nun zum Jump’n'Run-Anteil des Spiels: Die größte Zeit läuft man mit hoher Geschwindigkeit über Dächer, spring über Häuserschluchten oder an Vorsprünge, Klettert an Rohren hoch oder führt Wallruns aus. Türen werden aus Zeitgründen aufgetreten und Fahrstuhlschalter eingehauen. Mit etwas Erfahrung sind auch Kombinationssprünge von Wand zu Wand machbar, ohne abzusetzen; das kann schon wirklich Laune machen! Dies alles erlebt man aus der knallharten Ego-Perspektive, das ist anfangs noch recht gewöhnungsbedürftig. Bei jedem Abrollen macht die Kamera also die 360°-Drehung mit, selbst beim normalen Laufen schaukelt die Kamera realistisch hin und her. Faith scheut sich auch nicht Arme und Beine zu zeigen, dadurch wird der Realismus nur noch erhöht.

Künstlerisches Leveldesign, nahezu Fotorealistisch

Die Grafik in “Mirrors Edge” ist mithilfe von gut modellierten Levels, Motion Blur und Bloom sehr auf Realismus bedacht. Der äußere Bereich des Sichtfelds verschwimmt, so dass man den Eindruck hat, man würde durch Faiths Augen sehen. Die Umgebung ist hauptsächlich mit weißen Texturen gestaltet, jedoch gibt es immer eine dominierende Farbe pro Level. Diese Farbe trifft man immer wieder an während des Levels, immer in Kombination mit den weißen Flächen. Hinzu kommen vereinzelte rote Flächen. Diese weisen einem den richtigen Weg, indem sie wichtige Interaktionspunkte kennzeichen: Leitern, Rohre, Seile, Sprungbretter und Anderes. Dadurch entsteht teilweise eine wirklich grandiose Gestaltung der Umwelt, an der man in einem Affenzahn vorbeirennt, von fast künstlerischen Ausmaßen. An dieser Stelle möchte ich den Programmierern meinen Respekt aussprechen, auf so eine schöne und einzigartige Levelgestaltung trifft man selten.

Immer auf der Suche nach Abkürzungen

Neben der Storyline kann man die freigespielten Level im Timetrial durchlaufen, dabei kann man jeweils einen bis drei Sterne pro Level erhalten. So spannend hört sich das jetzt nicht an, allerdings verbirgt sich mehr dahinter, als bloßes Ablaufen eines Trampelpfades. Die drei Sterne sind nur schaffbar, wenn man den kürzesten und schnellsten Weg durch den Parkour findet, und das ist gar nicht so einfach. Heraus kommen hochkomplizierte Sprungkombinationen und halsbrecherische Sprünge an den ungewöhnlichsten Stellen. Die eigenen Laufergebnisse kann man im Spiel über einen EA-Account mit anderen vergleichen, und sich deren Ghost (transparentes Abbild des Laufes) herunterladen, um etwas dazuzulernen.

Fazit

Mir persönlich hat die Story gut gefallen, und auch der Laufmodus hat mich einige Zeit lang begeistern können. Damit haben sich meine Erwartungen an das Spiel nicht erfüllt, im Gegenteil, Electronic Arts hat gezeigt, dass sie auch mal ein wirklich gutes und abwechslungsreiches Game auf den Markt bringen können. “Mirrors Edge” ist dabei nicht mit normalen Shootern zu Vergleichen und geht seinen eigenen Weg. Einziger Nachteil: Die Story ist verhältnismäßig kurz für ein Vollpreisspiel, dies finde ich jedoch in anbetracht der Qualität noch akzeptabel.

Meine Bewertung: 8,5/10 Punkte

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