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heroes3-k“Heroes of Might and Magic 3″ ist zweifelsfrei eines meiner Lieblingsspiele. Und obwohl es bereits zwei Nachfolger gibt und sich Teil 5 auch wieder an “Heroes 3″ orientiert hat, hat der dritte Teil noch immer den anderen der Reihe einiges voraus. Dieses komplett rundenbasierte (auch im Kampf) Fantasy-Strategiespiel aus dem Jahr 1999 macht trotz alter Grafik immer noch ungeheuren Spaß. Und auch wenn es eines der inzwischen ausgestorbenen Spiele ist, die man zu Zweit an einem Rechner spielen kann, ist es auch im Netzwerk trotz längerer Wartezeiten kaum zu überbieten.

Die Story

Nachdem der König von Erathia ermordet worden ist, kehrt seine Tochter Catherine zurück, um erkennen zu müssen, dass bereits viele unterschiedliche Armeen über das Land herfallen. Catherine ernennt sich zur neuen Königin und verfolgt das Ziel, sämtliche Angreifer zurückzuschlagen, den Mörder ihres Vaters zu finden und letztlich den Frieden in Erathia wiederherzustellen.

Wobei ich sagen muss, dass die Story bei diesem Spiel eigentlich völlig egal ist und ich die Kampagne auch nie gespielt habe, sondern entweder einzelne Szenarios oder zufallsgenerierte Karten. Es geht auf jeden Fall um unterschiedliche Parteien, welche alle die Eroberung des jeweiligen Landes anstreben, in einigen Karten gibt es auch ein Sonderziel.

Mix aus sämtlichen Fantasy-Bereichen

Was mich immer an diesem Spiel gereizt hat, war die Vielzahl von unterschiedlichen Kreaturen aus allen möglichen Sagen, die hier unterkommen. Von Einhörnern über Engel bis zur Hydra ist alles vorhanden und in verschiedene Gruppierungen gesteckt (ganze neun Burgen à sieben Kreaturen), die man sofort als zusammengehörend akzeptiert.

Die neun Burgen bieten auch viel Abwechslung, es gibt so z.B. eine Nekropolis, eine Elfenburg, eine Dämonenburg, eine menschliche Burg oder eine Barbarenfestung. Jedes Volk hat dabei unterschiedliche Vor- und Nachteile und Spezialisierungen.

Diese Kreaturenvielfalt ist sehr gelungen und bis auf die Beholder mit ihrem eher futuristischen Laserstrahl habe ich auch kaum etwas gegen ein bestimmtes Wesen oder ein bestimmtes Volk gehabt. Einzeig allein die Elementarwesen-Burg, die mit dem Add-On hinzugekommen ist, ist ein klein wenig langweilig, ansonsten kann ich mich auf alle Burgen mit ihren Kreaturen und unterschiedlichen Spezialisierungen einlassen.

Grafik

Das Spiel kommt noch in einem reinen 2D-Gewand daher, was besonders Kampf und Abenteuerkarte klar strukturiert. Ich habe das Gefühl, dass man sich insbesondere bei den unterschiedlichen, fast schon malerischen Burgen (siehe Screenshots 1 und 4) sehr viel Mühe gegeben hat und finde diese wahnsinnig detailliert und liebevoll gestaltet, insbesondere im Vergleich zum Nachfolger.

Spielprinzip

Es geht darum, sich ein Volk auszusuchen und die stellvertretende Burg auszubauen und dort Kreaturen zu kaufen. Mit Helden, welche die Kreaturen dann in ihrem Gefolge haben können und ihr Level bzw. Können spielentscheidend ist, kann man die Abenteuerkarte erkunden, feindliche Helden besiegen und Burgen einnehmen. Kämpfen tun dabei die Kreaturen miteinander, allerings stark beieinflusst von der Stärke des Helden.

Das Spiel vereint somit Strategie mit Rollenspiel und ist in seiner Umsetzung einzigartig.

Taktik und Strategie sind quasi DIE großen Begriffe für dieses Spiel. Und während vereinzelt rundenbasierende Armeenbewegungen auf einer gemeinsamen Karte auch bei einigen neuen Spielen noch vorkommen (z.B. “Rome: Total War”), ist der besondere Reiz von “Heroes”, auch jeden einzelnen Schritt des Kampfes genau zu überlegen und die Stärke des Gegners richtig einzuschätzen. Innerhalb eines Kampfes kann man durch kluge Handlungen auch einen Feind in der Überzahl vernichten.

Man muss sich die Fragen stellen: Kann man einen feindlichen Helden besiegen? Und wenn ja, mit welchen Verlusten? Schwächt man sich selbst, sollte man angreifen? Lohnt es sich, noch eine Woche auf neue Kreaturen zu warten? Sollte man jetzt angreifen, da Wochentag 6 ist?

Add-Ons: Armageddon’s Blade & The Shadow of Death

Die Erweiterung “Armageddon’s Blade” hat leider nie eine deutsche Übersetzung bekommen. Sie lohnt sich allerings, da ein neues Volk, einige neue neutrale Kreaturen (viele unfassbar überstarke Drachen) und eine Menge Artefakte und Ähnliches hinzukommt.

“The Shadow of Death” ist ein weiteres Add-On, welches mit ersterem kompatibel ist, aber quasi keine neuen Features enthällt, dafür aber viele neue Karten.

Wer sich “Heroes of Might and Magic 3″ nun kaufen möchte, sollte dann am Besten die “Complete”-Version nehmen, die beide Add-Ons enthällt, nur dadurch leider englisch ist.

Langzeitmotivation

Dieses Spiel spielt man immer wieder gerne, gerade da man immer noch viele Details lernen, Taktiken verbessern  oder Völker noch besser beherrschen kann. Ob alleine, aber auf jeden Fall gerade im Netzwerk macht dieses Spiel nach wie vor großen Spaß.

Fazit

“Heroes 3″ ist für viele vielleicht schon ein wenig veraltet, wer mit älterer Grafik allerdings kein Problem hat, Fantasy mag und gerne taktiert, der sollte sich die Reihe einmal anschauen, wobei mein (und vieler die ich kenne) Favourit der inzwischen fünf Teile immer noch der dritte ist. Gerade, wenn man es im Netzwerk mit einigen Leuten spielt, die ebenfalls die vielen Kleinigkeiten schon gut beherrschen, macht es enormen Spaß. Von mir gibt es zwei Daumen nach oben und trotz sicherlich kleinerer Unausgereiftheiten fast zehn Sterne.

Gesamtwertung: 9,5/10 Punkte

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Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)

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