“Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde”
PC-Spiele |
12. 05. 2009 |
Henning |
Vor knapp zwei Wochen bin ich mal wieder in den Genuss gekommen, eine LAN-Party ausrichten zu dürfen. Allerdings waren dieses mal auch weibliche Zocker ohne jegliche Erfahrungen anwesend. Was spielt man da am besten? Echtzeitstrategie bietet sich an. Nach längerer Überlegung sind THREEPWOOD und ich zu dem Schluss gekommen, dass “Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde” eigentlich recht passend ist (Die Tatsache, dass wir beide große “Der Herr der Ringe”-Fans sind, spielt in die Entscheidung mit ein). Aus diesem Grund habe ich mir das nun schon etwas ältere Game mal wieder zu Gemüte geführt.
SCHLACHT!
Im Titel des genannten Spiels steckt ein Wort, welches sofort das Herz jedes Echtzeitstrategen höher Schlagen lässt. Ich meine natürlich das Wörtchen “Schlacht”. Was ist eine Schlacht? Für mich ist das ein Kampf mit verdammt vielen Einheiten, und nicht nur mit mageren Grüppchen. Durchschnittliche Strategie-Games haben echte Schlachten immer verhindert, sei es nun “Command & Conquer” oder die “Age of”-Reihe. Entweder gab es ein zu niedriges Einheitenlimit oder der maximale Bildausschnitt war einfach zu mickrig. Erfüllt “Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde” nun diese Versprechung?
Ja und Nein. Das Einheitenlimit ist zwar höher als zum Beispiel bei “Age of Empires”, allerdings immer noch nicht wirklich hoch. Mit einer kleinen Änderung in der INI.big lässt sich das glücklicherweise schnell beheben. Der Bildausschnitt bei höchster Zoomstufe ist leider wie gewohnt recht dürftig. Echten Strategen wird dadurch das Leben extrem erschwert.
Mittelerde hautnah
Der Singleplayer umfasst einfache Gefechte und natürlich den Storymodus, spielbar als Gut und Böse. Der Storymodus ist gut gelungen, Mittelerde wirkt sehr atmosphärisch. Die Filmlizenz versorgt das Game mit Originalsoundtrack (an dem es auch wirklich nicht mangelt), echten Synchronsprechern und kleinen Filmausschnitten. Die Einheitentypen und der Gebäudestil ist der Filmtriliogie fast fotografisch nachempfunden, was wünscht ein echter Fan sich mehr?
Die Baumöglichkeiten sind etwas limitiert, es kann nämlich nur auf vordefinierten Bauflächen gebaut werden, und nicht auf jeder Fläche kann jedes Gebäude stehen. Diese enorme Einschränkung erscheint auf den ersten Blick als unerhört, allerdings gewöhnt man sich rasch daran und wirklich stören tut es nicht mehr. Schade nur, dass man keine Mauern selbst errichten kann.
Bei Gefechten (sei es nun Singleplayer oder Multiplayer) startet man meistens mit einer Festung. Die guten Parteien (Rohan und Gondor) haben um ihre Festung eine Mauer mit einem großen Tor (Juhu, es lässt sich kontrolliert öffnen und schließen!) gezogen. Auf den Mauern können Abwehrtürme, Katapulte und geheime Tore gebaut werden, das macht eine Belangerung gleich viel interessanter. Die bösen Fraktionen (Mordor und Isengard) haben so eine Mauer nicht, lediglich kleine Abwehrtürme sind errichtbar. In der Mitte der Karte gibt es meistens Kontrollpunkte, welche hart umkämpft werden. Wird ein Kontrollpunkt bebaut, gibt es mehrere verfügbare Bauflächen und sogar winzige Mauern (Mordor und Isengard haben mal wieder Pech gehabt). Rohstoffe liefern Farmen, Holzfäller, Schlachtereien und Schmieden. Zahlreiche Farmpunkte sind auf der Karte verteilt, daher muss auch außerhalb der eigenen Festung agiert werden.
Mit der Zeit läuft es dann meistens auf eine Belagerung der guten Fraktionen hinaus, bis diese genug Kräfte gesammelt haben, um zurückzuschlagen. Dabei helfen die bekannten Helden und unterstützende Zaubersprüche, daher kommt es manchmal vor, dass ein Balrog von einer Gruppe Geisterkrieger verfolgt wird oder Ents gegen Olifanten antreten.
Wer überlebt gewinnt (im wahrsten Sinne)
Von großer Bedeutung ist das Rang-System. Erlegt eine Einheit (oder Einheitengruppe) eine bestimmte Anzahl Feinde, steigt diese einen Rang auf. Dieser wirkt sich dann positiv auf die Rüstung und Angriffskraft aus. Außerdem können Einheiten durch zahlreiche (leider oft kostenspielige) Upgrades aufgewertet werden, seien es nun brennende Pfeile oder härtere Schilde. Schlussfolgernd ist man jederzeit darauf bedacht, die Einheitengruppen niemals ganz sterben zu lassen, denn wenn auch nur eine Einheit zu einem befreundeten Brunnen zurückkehrt, werden die getöteten Gruppenmitglieder automatisch wiederbelebt und der Rang sowie die Upgrades bleiben erhalten (Dies gilt nur für die guten Fraktionen Mittelerdes, Mordor und Isengard haben keine Möglichkeit, ihre Einheiten zu heilen).
Quantität ist nicht gleich Qualität
Mordor und Isengard dürfen viel größere Horden an Einheiten kontrollieren, und diese werden auch deutlich schneller ausgebildet. Allerdings bleiben die Feinde der zivilisierten Welt Mittelerdes benachteiligt, was man vielleicht schon aus obigen Kommentaren rausgehört hat. Daher spiele ich auch generell Rohan oder Gondor, niemals Mordor oder Isengard (die Musik ist auch so viel cooler).
Fazit
“Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde” ist leider nicht von epischem Ausmaß, jedoch trotzdem eine schöne Abwechslung zu gängigen Strategie-Games. Für einen “Herr der Ringe”-Fan ist es schön zu sehen, dass nicht alle Lizenzgames verhunzt werden, obwohl noch viel Luft nach oben vorhanden ist. Ein leicht unfaires Balancing zugunsten der freien Völker Mittelerdes stört so lange nicht, wie man Mordor und Isengard dem Computer überlässt.
Meine Bewertung: 7/10 Punkte
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2 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
Ich mag das Spiel auch, auch wenn das Gut-Böse-Balancing echt nicht so ausgereift ist und man sicherlich auch einige Schwachstellen findet. Aber gerade die “Herr der Ringe”-Film-Atmosphäre, die besonders durch die (meist originalen) Synchronstimmen und den tollen Soundtrack zustande kommen, macht richtig Laune. Und seit ich den zweiten Teil probiert habe, und er mir gar nicht gefiel, da er irgenwie kaum noch was mit HdR zu tun hatte, finde ich den ersten nochmal besser und auch die Baustationen finde ich mal recht abwechslungsreich. Fazit: Wäre sicherlich teilweise noch ein wenig mehr drin gewesen, macht aber zumindest einem HdR-Fan dennoch wirklich Laune!
12.05.09 19:08 Uhr | | Nach oben
[...] Titel immer vertreten auf allen LAN-Partys, nun habe ich ihn aus aktuellem Anlass (siehe “Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde“) mal wieder hervorgekramt. Und siehe da, “Rise of Nations” aus dem Hause [...]
13.05.09 09:47 Uhr | | Nach oben
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