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Age of Mythology

So, hier hommt jetzt meine Kritik zu dem Spiel, welches auf den LAN-Partys der letzten Monate am öftesten vertreten war: “Age of Mythology”. Schon aus dem Titel lässt sich unschwer raushören, dass es sich dabei um ein “Age of Empires” mit mythologischen Elementen handelt. Eine der wohl größten Neuerungen ist die neue 3D-Engine, die das Spiel auch für einige der etwas jüngeren Gamer interessant machen dürfte. Auf das Add-on “Age of Mythology: The Titans” möchte ich hier nicht so ausführlich eingehen, es lohnt sich nicht (Selten so eine schlechte Erweiterung gespielt!).

Beten ist Pflicht

Schon bei der Auswahl der Spielernationen wird ganz klar, dass Mythologie in diesem Game eine übergeordnete Rolle spielt. Zur Auswahl stehen die Griechen, Ägypter und Wikinger (mit der Erweiterung noch die Atlanter). Zu jedem Volk gibt es drei Götter (Bei den Griechen z.B Zeus, Poseidon und Hades), von denen zu Spielbeginn einer ausgewählt werden muss. Dieser Hauptgott hat spezielle Boni, welche das ganze Spiel über von großer Bedeutung sind. Der Hauptgott lässt sich nach Spielbeginn nicht mehr ändern.
Läuft das Spiel erstmal, wird bei jedem Aufstieg im Zeitalter ein Gott der jeweiligen Mythologie angebetet, welcher auch wieder spezifische Boni liefert. Diese Boni beeinhalten immer einen göttlichen Zauber, welcher einmal eingesetzt werden kann, mindestens eine neue mythologische Kreatur, die nun immer erschaffen werden kann und anderes.

Mit drei Klassen zum Sieg

Hier taucht ein weiterer großer Unterschied zu “Age of Empires” auf. Die Einheiten sind in drei Großgruppen unterteilt: sterbliche Einheiten, mythologische Kreaturen und Helden.
Die sterblichen Einheiten hat es in der Geschichte wirklich gegeben, daher kämpfen sie auch nur mit realen Mitteln und sind durchschnittlich die schwächste der drei Klassen. Aber: Ohne sie kann man nicht Gewinnen! Ihre Stärke liegt unter anderem im Kampf gegen Helden.
Mythologische Einheiten sind Kreaturen, die in der jeweiligen Mythologie Erwähnung fanden. Diese haben generell deutlich mehr Lebenspunkte als alle anderen Einheiten (bis auf einige Helden). Feuerriesen der nordischen Mythologie werfen mit tödlichen Feuerbällen um sich, während Medusen aus dem alten Griechenland mit ihrem Blick versteinern (sofortiger Tod). Mythologische Kreaturen sind besonders gut einzusetzen gegen sterbliche Einheiten, erzeugt werden sie in einem Tempel, wo auch die altbekannten Reliquien abgeliefert werden.
Als letztes noch die Helden. Hier unterscheiden sich die drei Nationen etwas. Die Griechen haben bekannte Helden, wie Herakles oder Odysseus (insgesamt fünf Helden, es kann jeweils nur ein Held leben, also höchstens fünf gleichzeitig, wenn man alle ausbildet). Die Wikinger haben als Helden Herse, diese sehr kampfstarken Helden kann man unbegrenzt ausbilden (solange man unter dem Bevölkerungslimit bleibt). Da Helden besonders stark gegen mythologische Einheiten sind, sind die Wikinger gerade zu Anfang des Spiels etwas im Vorteil gegenüber den anderen Nationen. Die Ägypter haben Priester, welche verbündete Einheiten heilen, Obelisken bauen (erweitern die Sicht), und per Fernkampfangriff mythologischen Kreaturen Schaden zusetzen können. Im Nahkampf sind sie gänzlich unbrauchbar.

Erwirb die Gunst der Götter!

Ein neuer Rohstoff zu “Age of Empires” ist die Gunst. Gunst erlangen die Nationen auf verschiedene Arten. Bei den Griechen beten einfache Dorfleute in den Tempeln die Götter an, Ägypter bauen Statuen, welche dauerhaft und ohne Aufwand Gunst produzieren, und Wikinger erlangen Gunst nur im Kampf; das bedeutet, ein passiver Wikinger bekommt keine Gunst (Hersen bekommen doppelt Gunst im Kampf).
Wozu benötigt man Gunst? Jede mythologische Kreatur kostet Gunst, ebenfalls besondere Weiterentwicklungen von den Göttern müssen mit Gunst bezahlt werden.

Die anderen Rohstoffe sind bis auf Nahrung nur begrenzt vorhanden, obwohl Holz sehr selten zur Mangelware wird. Der Knackpunkt ist hier, wie eigentlich immer, das Gold. Sind erstmal alle Minen ausgenommen, muss mithilfe von zahlreichen Karawanen zu einer möglichst weit entfernten Stadt gehandelt werden, um sich finanziell über Wasser zu halten. Stein als Rohstoff gibt es in “Age of Mythology” nicht, was das Spielprinzip etwas erleichtert (ob verbessert ist eine andere Frage).

Neu: das Städteprinzip

Dorfzentren können nicht mehr einfach in die Landschaft gesetzt werden, wie es noch bei “Age of Empires” der Fall war. Nun gibt es vorgefertigte Städtepunkte, auf die ein Dorfzentrum draufgebaut werden muss. Dorfzentren erhöhen das Bevölkerungslimit um 20, daher sind sie sehr wichtig. Leider arten somit viele Spiele nur in einen Run um Dorfzentren aus, das ist schon störend.
Zum Thema Bevölkerungslimit: Es ist mal wieder total daneben! Erstens ist es viel zu niedrig, und zweitens gewinnt automatisch der Spieler, welcher die meisten Dorfzentren sein Eigen nennen kann, solange er sich nicht ganz blöd anstellt. Später kann man sich nicht mal mehr genug Dorfbewohner erlauben, wenn man gleichzeitig noch eine halbwegs ansehnliche Armee unterhalten möchte. Wieso nur immer dieses Limit?

Age of Mythology: The Titans

Mit der Erweiterung kommt eine neue Nation dazu, die Atlanter. Bei den Einheiten gab es einige nette Ideen, mehr allerdings auch nicht. Das vorher ordentliche Balancing gerät mit dem Hinzukommen der Atlanter ins Wanken. Diese können nämlich nicht nur einen Zauber einsetzen pro Zeitalter, sondern bis zu vier. Außerdem kommt mit der Neuerung für jede Nation eine Supereinheit hinzu, der Titan. Im letzten Zeitalter lässt sich die Titanenpforte bauen, aus der nach längerem Entwicklungsvorgang ein riesiger Klotz schlüpft (bei den Wikingern ein riesiger sabbernder Klotz). Ein Titan kann fast nur im Duell mit einem anderen Titanen erlegt werden, ohne Gegenwehr zerlegt so ein Riese jede Basis innerhalb weniger Minuten. Wer also zu feige ist, in einem ehrlichen Kampf zu gewinnen, sollte mal über den Bau eines Titanen nachdenken.
Dummerweise lässt sich dieses neue Feature auch nicht ausschalten, so dass beim Spiel mit Computergegnern irgendwann immer ein Titan aufkreuzt, welcher einem das Leben schwer macht.

Fazit

“Age of Mythology” wartet mit netter Grafik und guten Ideen auf, alles ganz im Stil von “Age of Empires”. Wer ein Freund der griechischen, nordischen oder ägyptischen Mythologie ist, mag dieses Spiel bestimmt. Die geringe Komplexität des Spielgeschehens macht “Age of Mythology” auch interessant für all jene, die ihre Zeit fast nie mit Games am Rechner verbringen. Trotzdem gibt es deutliche Mankos: ein superniedriges Einheitenlimit, sowie ein zu kleiner maximaler Bildausschnitt sind alles andere als fördernd für das Spielgeschehen. Die Erweiterung “Age of Mythology: The Titans” ist erbärmlich.

Meine Bewertung: 7,5/10 Punkte

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