Früher gehörte es fast zum guten Ton, sein frisch entwickeltes Spiel in Form einer spielbaren Demo der breiten Masse schmackhaft zu machen. Heutzutage muss man allerdings leider feststellen, dass immer weniger PC-Spiele eine Anspielmöglichkeit spendiert bekommen. Die Studios geben als Grund oft an, dass sie alle verfügbaren Kapazitäten zum rechtzeitigen Fertigstellen des Spiels benötigen, aber kann es so ein großer Aufwand sein, einen frühen Level aus dem Spiel herauszutrennen und zum antesten zur Verfügung zu stellen?
Der Vorteil einer Demo für den Spieler liegt wohl klar auf der Hand, allerdings ist dieser auch für den Publisher von Bedeutung. Sie gibt bei einer Kaufentscheidung meist den ausschlaggebenden Hinweis, ob ein Spiel sein Geld wert ist. War die Demo ne Wucht, geht man auch bedenkenloser in den Laden seines Vertrauens, um sich dieses Game zuzulegen.
Allerdings kann solch eine Offenlegung der Spielmechanik auch ein zweischneidiges Schwert sein. Ist der Spieler mit der Demo nicht zufrieden, wird er sich wohl kaum das Spiel kaufen, und da ist wohl der entscheidende Knackpunkt. Warum sollte man als Publisher das Risiko eingehen, dass den Spielern das Game vorzeitig missfällt und diese ihr Geld gar nicht erst an den Kassen lassen? Wenn alle pünktlich zum Erscheinen des Spiels ihre vorbestellten Titel anspielen und feststellen, dass sie totaler Murks sind, ist das Geld ja bereits in den Taschen der Herausgeber. Und Umtausch ist auch nicht mehr möglich, wenn die Verpackung einmal entfernt ist. Da ist es doch kein Wunder, wenn immer öfters so eine Geheimnistuherei à la Spielberg um die Games gemacht wird.
Aber auch eine gute Demo kann schlecht für’s Geschäft sein. Die Multiplayer-Demo für “Battlefield 1942″ war so gut, dass man getrost auf die Vollversion verzichten konnte. Auch das ist ein Nachteil für alle Beteiligten der Verkaufsseite, da diese ja nichts davon haben, dass ihre Entwicklung millionenfach gratis gespielt wird.
Aber oft will man als Gamer auch nur wissen, ob das Game überhaupt auf dem heimischen Rechner zum Laufen gebracht werden kann. Ohne Demo, dessen Anforderungen ja meist denen der Vollversion entsprechen, kann man da nie sicher sein, ob einen nicht doch eine Ruckelorgie erwartet. Man kann natürlich immer in die Videothek gehen und dort Geld darin investieren ein Spiel probe zu spielen, allerdings sollte man dann doch abwägen, ob es das denn wert ist (siehe Ski-Leih-Problem). Meist wird diese Entscheidung wohl mit “nein” beantwortet und somit wird entweder gleich das Spiel gekauft oder einfach im Regal liegen gelassen.
Von diesem Missstand der mangelnden Möglichkeit der Entscheidungsfindung profitieren aber wiederum auch andere. Spielezeitschriften oder -Websites, können dem untentschlossenen Gamer oft durch Spieletests behilflich sein, können dem Spiel allerdings auch unrecht tun oder gerade das Gegenteil, das Spiel zu sehr hypen.
Also ich persönlich finde es sehr schade, dass immer weniger PC-Demos erscheinen. Schließlich sollte doch der Hersteller mich überzeugen wollen sein Produkt zu kaufen. Was haltet ihr von der ganzen Thematik? Wolltet ihr auch öfters mal ein Spiel durch eine Demo anspielen oder haltet ihr diese eher für unnötig? Und gibt es vielleicht noch andere Gründe, sich für oder gegen einen Release einer Demo zu entscheiden?

Verwandte Artikel