Nach dem gestrigen Amoklauf in Winnenden werden wieder Verbotsforderungen gegen sogenannte “Killerspiele” laut. Grundsätzlich wird dieses Thema schon deutlich vorsichtiger behandelt, aber einige Leute können es einfach nicht lassen und suchen die Ursachen krampfhaft bei den Games. Am gestrigen Tage wurden in der Kleinstadt Winnenden in Baden-Würtemberg 16 Menschen bei dem Amoklauf eines Jugendlichen erschossen. Der Täter erschoss sich anschließen selbst. Wie sich herrausstellte, hat der Täter in seiner Freizeit “Killerspiele” gespielt, vorneweg wird wie immer “Counter-Strike” genannt.

Nach dem Amoklauf in Erfuhrt 2002 ist dieses Thema das erste Mal ernsthaft aufgetaucht. Politiker und “Wissenschaftler” haben teilweise ohne jegliche Kenntnisse von den von ihnen beschuldigten Games versucht, ein allgemeines Verbot in Deutschland durchzubringen. Nach dem Amoklauf in Emsdetten 2006 sind die Wellen wieder hoch geschlagen, allerdings wieder ohne gesetzliche Folgen im Bereich der Computerspiele.  Nach dem gestrigen Tag geht’s jetzt wieder von vorne los.

Im Großen und Ganzen sind die Medien vorsichtiger geworden, irgendwelche haltlosen Unterstellungen auszusprechen, aber das gilt nicht für alle. Es kann schon ziemlich peinlich sein, was da so auftaucht.

N-TV zeigte gestern in einer Reportage über den Amoklauf von Winnenden ein YouTube-Video mit Spielausschnitten aus “Counter-Strike: Source”. Allerdings war der Shooter mit einer Extrem-Mod versehen, welche in Deutschland nicht erhältlich ist. Herzlichen Glückwunsch an N-TV von mir, super Berichterstattung!
Wer sich das Video mal ansehen will, hier findet ihr es.

Auch Hans-Dieter Schwind, der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung, meldet sich mal wieder zu Wort, aber das erstaunt wohl niemanden mehr. Er fordert ein generelles Verbot von Gewaltspielen und eine Verschärfung des Waffenrechts.
Auf diesen Zug springt auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf.

Dass es seriöse Studien gibt, welche den von allen gesuchten Zusammenhang zwischen Amokläufen und “Killerspielen” wiederlegen, wird hier gern mal übersehen. Gerade in letzter Zeit gab es wieder eine größere Studie, durchgeführt von Christopher Ferguson, Professor an der A&M International University in Texas.

Dass Waffenfetischisten und Gewaltbereite Jugendliche eher zu Gewaltspielen neigen als durchschnittliche Bürger, bestreitet niemand, dies war unter anderem Thema auf der zweiten Tagung für Onlinesucht in Berlin am vergangenen Wochenende.

Zum Schluss noch eine traumhafte Nachricht (ob Gerücht oder Wahrheit kann ich an dieser Stelle noch nicht sagen).

Die Marken MEDIA MARKT und SATURN werden aufgrund des Amoklaufs von Winnenden vorerst ALLE gewaltverherrlichenden Spiele aus ihrer Werbung und ihrem Programm nehmen.

Unter anderem davon betroffen sind:

Resident Evil
Half Life
Crysis
Dead Space
Call of Duty
Killzone 2
(Bezieht sich auf ALLE Versionen. Also PC, WII, PS2, 360er und PS3)

Mit dem Wort “gewaltverherrlichend” sollte man lieber vorsichtig umgehen. Nach §131StGB sind gewaltverherrlichende Spiele in Deutschland verboten, deshalb kann es sich bei oben genannten auch nicht um welche handeln, ihre Verbreitung wäre gesetzeswiedrig.

Na ja, mal sehen wie sich das alles weiterentwickelt, man sollte auf alles gefasst sein. Ich für meinen Teil bin jedenfalls wieder ziemlich genervt von diesesm Thema, die Leute scheinen sich vor der Wahrheit verstecken zu wollen.

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