Nachdem Anfang des Jahres wieder die “Killerspiel”-Thematik bei diversen Politikern ein gefundenes Fressen war, wurde auf der Innenministerkonferenz am 05.06.09 ein Beschluss erarbeitet, der ein Verbot von Vertrieb und auch Herstellung von Videospielen mit Gewaltkomponenten beinhaltet. Versuche gegen die Schützenvereine oder Paintballer vorzugehen wurden durch die entsprechenden Lobbies erfolgreich abgewendet und so bewegt man sich immer weiter vom eigentlichen Problem weg. Aber darum, wer oder was nun Schuld hat, soll es hier primär gar nicht gehen.

Was bei den anderen Faktoren funktioniert hat, sollte doch auch bei den Videospielen funktionieren und so wurde schon eine Petition gegen oben genanntes Verbot veröffentlicht, die noch bis zum 19. August zum Unterzeichnen freigegeben ist. Eine Zahl von 50.000 Mitzeichnern wurde bereits erreicht und somit müssen die Petenten vom Bundestag angehört werden.

Aber auch die Medien sprechen sich überaschenderweise gegen dieses Verbot aus. So lief bei “Welt der Wunder” ein Beitrag darüber, dass Ego-Shooter intelligent machen und die Reflexe erhöhen können. Es wurde eine Studie durchgeführt, bei der Studierende diverser wissenschaftlicher Studiengänge gegen Pro-Gamer in verschidenen Intelligentstests angetreten sind. Durchweg konnten die Pro-Gamer dabei mit den Studenten mithalten und die Leistungen sind überdurchschnittlich ausgefallen.
Außerdem wurde untersucht, welche Bereiche im Gehirn bei den Spielen angesprochen werden. So stellte man fest, dass bei Spiel-Szenen keine Emotionen herbeigeführt wurden, sondern das Vorgehen wurde rein objektiv betrachtet. Bei realen Szenen, bei denen die Handlungen aus dem Ego-Shooter nachgespielt wurden, wurden allerdings starke Emotionen ausgelöst. Man kann also festhalten, dass es diesen Spielern keinesfalls um das reine Töten geht, als Befriedigung oder ähnliches, sondern es geht rein objektiv darum, das Ziel des Spiels zu erreichen.

Von der Seite der Entwickler hat sich Crytek zu Wort gemeldet. Die erfolgreiche deutsche Spieleschmiede hat geäußert, dass sie den Standort Deutschland, falls das Verbot in Kraft treten sollte, aufgeben werden müssen. Somit sind hier auch wieder deutsche Arbeitsplätze in Gefahr.

Ich finde es durchaus positiv, dass inzwischen schon einige Medien erkannt haben, was den meisten Spielern schon lange klar ist. Und vielleicht begreift das auch der Bundestag und entscheidet im Sinne der betroffenen Bevölkerung.

Quellen:
Petition gegen das Verbot auf Bundestag.de
Artikel zum “Welt der Wunder”-Beitrag
Äußerung des Crytek CEO auf IGN.com
Artikel über die Verbotsforderungen bei Zeit Online

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